Unser Umwelteinsatz in Poschiavo

Aktualisiert: 29. Aug.


Ende April sind wir, die G3, zusammen mit unseren Klassenlehrpersonen Frau Hermida und Herrn Wettstein, nach Poschiavo gereist, um einen Umwelteinsatz zu leisten. Die Woche wurde organisiert von der Stiftung Umwelteinsatz. Sie plant, vermittelt und betreut in der ganzen Schweiz Gruppeneinsätze von Freiwilligen zum Schutz und zur Pflege der Natur. Die Stiftung sensibilisiert Jugendliche und Erwachsene für den sorgfältigen Umgang mit der Natur. Sie schützt gefährdete Landschaften und pflegt Kulturlandschaften. Das Valposchiavo ist ein italienischsprachiges Südtal im Schweizer Kanton Graubünden. Es setzt sich aus verschiedenen Gemeinden zusammen, von denen Poschiavo die grösste ist. Poschiavo hat sehr viel Land, aber wenig Einwohner, deshalb muss die Gemeinde mit wenig Steuereinnahmen sehr viel Kulturland und grosse Wälder pflegen. Umso wichtiger ist ihr deshalb, dass über die Stiftung Gruppen ins Tal kommen, welche die Gemeinde bei der Arbeit unterstützen.


Hinfahrt/Ankunft

Am 24. April trafen wir uns morgens um 11.55 Uhr für die Abreise nach Poschiavo in der Schalterhalle am Bahnhof Basel SBB. Wir nahmen den Zug von Basel nach Chur, von dort aus kamen wir mit der rhätischen Bahn über den Bernina Pass nach Poschiavo. Unser Gepäck wurde von Vans bis zum Lagerhaus transportiert, und wir liefen gemütlich nach oben. Oben angekommen, begrüßte uns der «Hausherr» Arno, welcher uns dann eine Führung durchs Haus gab und alle weiteren Infos zur Arbeitswoche. Danach durften wir direkt in die jeweiligen Zimmer verschwinden, um uns erstmals einzuleben. Am ersten Abend assen wir noch gemütlich kalte Platten mit Käse und Aufschnitt, die von unserer Köchin Tanja Schmid vorbereitet wurden, bevor wir noch ein wenig Freizeit geniessen konnten.


Die Arbeit beim Förster

Für die Arbeit wurden wir jeweils um 7:15 Uhr von den Arbeitern abgeholt und in kleinen Bussen in den Wald zu den Arbeitsplätzen gefahren. Das Fahren auf den engen Strassen war ziemlich anspruchsvoll und hat Frau Hermida nicht so viel Spass gemacht. Wir hinten hatten es dafür umso lustiger. Als wir ankamen, mussten wir den Wald aufräumen. Einerseits mussten wir Stöcke auf einen Haufen werfen, damit kleine Tiere darin leben können und es auf den freigeräumten Flächen wieder Platz für neue Bäume gibt. Die Stöcke, die wir auf die Haufen werfen mussten, kamen von schon gefällten Bäumen, wobei die dicken Stämme schon ins Tal runtergezogen waren. Wir haben uns am Anfang nicht sehr gut mit unserem Einsatzleiter Luca verstanden, weil wir nicht wirklich motiviert waren. Aber am Schluss hat die Arbeit sehr viel Spass gemacht, und Luca hat uns viele spannende Geschichten erzählt, wie er beispielsweise Heidi Klum in der Kutsche in St. Moritz rumgefahren habe. Meistens war das Wetter in Ordnung, allerdings hat es am Dienstag geregnet, was auf den steilen Hängen unsere Vorsicht erforderte, da es an dem Tag sehr rutschig war. Manchmal waren wir aber auch beim Werfen der Äste zu wenig vorsichtig, so hat Gianna aus Versehen einen Stock an Oskars Kopf geworfen.


Die Arbeit beim Landwirt

Am Dienstag und Donnerstag durfte ein Teil auch mit dem Landwirt arbeiten gehen. Marco und sein Chef waren da die Arbeitsleiter. Am Dienstag haben wir einen Hang von Haselsträuchern befreit, daneben mussten wir aus den Steinen Haufen machen. Die Weiden sollten für die Kühe möglichst ohne Steine sein, damit möglichst viel Gras wachsen kann. Am Dienstag hat es am Morgen leider geregnet, wir machten früher Mittagspause, und Marco brachte uns in das Lagerhaus zurück, am Nachmittag holte er uns wieder ab und wir fuhren wieder auf die Weide. Am Donnerstag waren wir auf einem sehr hohen Berg, und die Aussicht war wunderschön. Die Arbeit blieb die gleiche und Sofia hat den Steinen Namen gegeben, zum Beispiel Ferdinand und Katherina, damit die Arbeit weniger eintönig war. Am Schluss haben alle mitgemacht, sogar Marco. Die Arbeit war zwar anstrengend, aber Marco und sein Chef waren sehr nett und haben uns viele Pausen gegönnt.


Freizeit

Wir arbeiteten jeden Tag bis etwa vier Uhr. Danach hatten wir in der Regel frei. Jedoch fielen manchmal auch Pflichten wie Aufräumen, Putzen oder Kochen an. Daneben verordneten uns die Lehrpersonen Handyverbot während des Lagers. Nur während einer Stunde durften wir pro Tag darauf zugreifen. Dies rief viele merkwürdige Entzugserscheinungen hervor, so haben einige mit Socken geduscht oder durchwegs Après-Ski-Musik hören wollen. Auch sehr spannend war das frühmorgendliche Schlappensuchen, da unsere Ordnung mal wieder zu wünschen übrigliess. Schlafmangel sorgte bereits ab Dienstag für noch mehr spezielle Verhaltensmuster, vor allem bei der Arbeit. An unserem freien Mittwochnachmittag wurde das aber besonders deutlich. Im Dorf sorgte beispielsweise für Aufsehen, dass wir Wettrennen durch das Dorf gemacht haben und gerne mit den Menschen in Hotels und anderswo ohne Grund gesprochen haben. Eine zivilisiertere Gruppe war im Nachbardorf Minigolf spielen gegangen, andere nutzten den Nachmittag, um an der Abschlussarbeit zu arbeiten. Auch Donnerstag war keine Linderung in Sicht, nach dem Abendessen wurde im Aufenthaltsraum getanzt, und unser Zimmer wurde von allen anderen Schülern der Klasse geraidet (überfallen). Trotz Übermüdung haben wir am Donnerstag nicht nachgelassen und den letzten Abend besonders genossen, dies führte dazu, dass sich die Lehrpersonen und auch Amou, der Hund von Frau Schmid, umso mehr auf Zuhause freuten.


Abreise

Am Freitag war leider auch schon der Abreisetag, und das Lager ging somit zu Ende. Nach dem letzten kurzen Einsatz im Wald verabschiedeten wir uns von Luca. Eine kleine Gruppe von Schüler*innen war in der Zeit zuhause geblieben und hatte in der Zwischenzeit das Haus ordentlich geputzt und aufgeräumt. Somit musste jeder nur noch sein Gepäck packen. Später am Bahnhof nahmen wir wieder die rhätische Bahn, um über Chur nach Basel zurückzukommen. Dort erwarteten uns freudig unsere Eltern und Geschwister, mit denen wir nun gemeinsam ins Wochenende starten konnten.


Klasse G3

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