Montag ist Waldtag!
Alle zwei Wochen verbringen unsere jüngsten Schüler*innen einen ganzen Tag draussen im Wald. Wie dieser besondere Schultag abläuft und was die Kinder dabei erleben, beschreiben die Lehrpersonen und Begleitpersonen der Waldschule in einem persönlichen Einblick:
Montag ist Waldtag!
Am FG Basel lernen die Jüngsten auch alle zwei Wochen im Wald
Der Montagmorgen beginnt in unserer Klasse immer mit einem Ritual – alle zeichnen (die Kindergartenkinder) oder schreiben (die Primar 1 & 2) etwas vom Wochenende in ihr Zeichnungsheft.
Danach treffen wir uns gemeinsam im Morgenkreis und erzählen uns, was am Samstag und Sonntag mit unseren Familien erlebt haben.
Die Kindergartenkinder erhalten im Anschluss einen Input zu einem Buchstaben von Frau Rieder, während die Primarschulkinder mit Frau Lopez einen neuen Buchstaben lernen, respektive Festigen.
Dann ist es bald Zeit für das Znüni, das wir gemeinsam einnehmen bevor es nach draussen in die grosse Pause geht.
Und nach der Pause kommt das erste Highlight der Woche – mit Tobi und Peter dürfen wir in den Wald!
Alle zwei Wochen führt der Förster und Waldpädagoge, Tobias Meier, die Kindergruppe gemeinsam mit Peter Zobrist, unserem langjährigen Mitarbeiter in der FG Tagesschule, und Frau Lopez, eine der beiden Klassenlehrerinnen der Unterstufenklasse und dem Zivildienstleistenden, Herrn Roel Hotz, in Wälder der Umgebung.
Dort, draussen in der Natur, knüpfen wir an die zuvor im Klassenzimmer gelernten Buchstaben an und lassen uns von Tobi zeigen, welche Pflanzen giftig sind, weshalb die Prinzessin zu einem Ahornbaum verzaubert wurde und was das Blatt der Rosskastanie mit Pferdehufen gemeinsam hat.
Sobald wir zu unserem vorgängig ausgesuchten Platz kommen, zünden wir das Lagerfeuer an. Das bildet Zentrum unseres Aufenthaltes. Die Kinder erhalten Zeit und Raum für gemeinsames Spiel oder dürfen bei den Vorbereitungen für das Mittagessen mit anpacken. Denn dieses bereiten wir stets auf dem Lagerfeuer selbst zu. Wir suchen Holz, rüsten Zwiebeln, schneiden Gemüse, rühren in den grossen Töpfen, schnuppern den Rauch, spitzen mit Taschenmessern Stöcke zu und freuen uns auf etwas Warmes zu essen. In den Töpfen, die gerade nicht fürs Mittagessen gebraucht werden, sammeln die Kinder Beeren, Blätter und Hölzchen. Tobi erklärt, aus was wir tatsächlich Tee brauen können – Brombeerblätter! Sogar Honig hat Tobi immer im Rucksack, damit wir etwas zum Süssen haben.
Neben dem gemeinsamen Spiel kommen wir immer wieder in einem Kreis zusammen. Wir suchen verschiedene Materialien und legen damit Buchstaben. Wir erfahren etwas über die Pflanzenwelt um unseren Rastplatz und dürfen alles anfassen, sogar wenn die Stacheln der Marroni ganz spitzig sind. Immer wieder gibt es Gelegenheit Fragen zu stellen und gemeinsam Antworten zu suchen und finden.
Neigt sich der Nachmittag dem Ende zu, hätten wir alle Lust noch ein wenig zu bleiben und die Zeit draussen zu geniessen, weswegen wir meistens mit ein paar Minuten Verspätung, nach Rauch riechend, mit schmutzigen Kleidern, roten Gesichtern und wohlig müde zurück ans FG kehren.
Text: Tobias Meier & Mirjam Lopez